Die Wörter des Berufs, in einem Satz definiert und dann erklärt. Jeder Eintrag führt zu den Artikeln, in denen der Begriff wirklich arbeitet.
Beat
auch Spieleinheit
Der Abschnitt einer Szene von einem Absichtswechsel bis zum nächsten.
Eine Szene in Beats zu zerlegen heißt, die Stellen zu finden, an denen die Figur die Taktik wechselt: eben bat sie noch, jetzt droht sie; eben wich sie aus, jetzt greift sie an. Der Schnitt wird mit einem einfachen Doppelstrich am Rand vermerkt und dient als Spielplan, wenn die Szene kippt.
Eine Probe, bei der der ganze Text im Sitzen und in hohem Tempo gesprochen wird, ohne Spiel und ohne Bewegung.
Das Ensemble sitzt in einer Reihe und spricht den Dialog weit schneller als in der Vorstellung. Die Übung trennt die Worte vom Spiel: solange man spielend probt, lässt sich kaum sagen, ob der Text sitzt oder ob die Emotion ihn heimlich holt. Vor allem arbeitet sie an den Stichworten, wo fast alle Hänger passieren.
Das zu Behaltende an einen bestens bekannten Ort hängen und diesen im Kopf abschreiten.
Die Technik ist antik, römische Redner nutzten sie, und sie beruht auf einer einfachen Beobachtung: das Gedächtnis für Orte ist weit stabiler als das für Listen. Stark bei der Reihenfolge eines Monologs, nützt sie beim genauen Wortlaut einer Replik nichts.
Ein Vorsprechen, das Schauspielende selbst zu Hause drehen und an die Produktion schicken.
Es ist der Standardweg ins Casting geworden. Die Vorgaben unterscheiden sich von Caster zu Caster, Bildausschnitt, Länge, Dateiname, und sie gehen jedem allgemeinen Leitfaden vor. Was nie variiert: der Ton, das Licht in den Augen und die rechtzeitige Abgabe.
Der Moment, in dem eine Replik die nächste auslöst, und wo fast alle Hänger passieren.
Eine Replik wird als Reaktion auf die vorhergehende gelernt. Allein zu proben heißt deshalb, Antworten ohne die Fragen zu speichern: der Text wirkt fest und bricht, sobald ein Partner dazukommt. An Stichworten zu arbeiten heißt, die letzten drei Worte des anderen so gründlich zu lernen wie die eigenen.
Einen Text in wachsenden Abständen wiederholen, genau dann, wenn er zu verblassen beginnt.
Das Prinzip ist seit 1885 belegt: was festigt, ist die Abrufanstrengung, nicht die Zeit vor der Seite. Ein Ensemble, das jede Probe mit einem italienischen Durchlauf beginnt, betreibt seit Jahrhunderten verteiltes Wiederholen, ohne es zu wissen.